Anders, aber genauso kompliziert

Also jetzt muss auch ich mal meinen Beitrag zum leidigen Thema Alleinerziehende leisten, wohlwissend das das evt auf Unverständnis stößt.

Seit 7 Jahren lebe ich mit meiner Tochter allein. Sie war in all dieser Zeit nicht einmal bei ihrem Vater. Einmal, weil er es nicht will ( passt nicht in sein Leben) und auch, weil sie es nie wollte (fremd und unvertraut). Ich wurde nie gefragt, und habe mich, um Streit zu vermeiden beiden gefügt. Ich hätte auch niemals meine Tochter „gezwungen“, nur um eine Regel a la 14tägig WE einzuhalten.

Das heisst aber nicht, das sie sich nicht sehen. Wann immer es sein spontanes freies Leben zulässt, taucht er auf. Dann unternehmen sie was, oder er ist kurz hier bei uns. Einfach so. Sie telefonieren jeden Abend und er verbringt selbstverständlich Heilig Abend u ihren Geburtstag bei uns. Alles andere ist spontan und eben oft ein Treffen/ Ausflug zu dritt.

Natürlich ist das komisch, aber ich hielt es eben für unser Kind für das Beste. Sie fühlt sich wohl dabei u es gibt ihr das Gefühl, dass Papa weiter ein Teil „unseres“ Lebens ist.

Ob das für mich gut ist, wage ich zu bezweifeln. Ich merke, das durch seine spontane Präsenz, ich nie wirklich frei werden kann.

Es verletzt mich (nur mich, nicht das Kind), dass er eben nur wenn es ihm zwischen Job, Golfplatz und Freiheit passt da ist. Nie im Alltag, nie bei Entscheidungen, nie wenn ich mal wieder nicht weiß, wie ich FulltimeJob u Haushalt u Eltetnabend u Einkauf u Wäsche u Kochen u Arzttermine…. auf die Reihe kriegen soll.

Oft liegen Wochen, Monate dazwischen, manchmal nur Tage. Aber so hat es sich eingeschlichen u ich bin es, die ihn ( zu gut für diese Welt😇) immer informiert, was ansteht, wie Schule läuft usw.

Platz für eine neue Liebe ist so nicht. Und auch Planungen für uns 2 stimme ich mit ihm ab, aus Angst, er hatte genau dann Zeit für sie gehabt. Er ist stolz auf seine Tochter u liebt sie, dennoch ist eben alles was sie ist, tut u erreicht leider nur mein Verdienst.

Gern würde ich die Verantwortung mal abgeben, mal loslassen können, aber das geht eben nicht. Wir kommen klar, ich verdiene gut u da ich keinen Streit will, ist das was er Unterhalt zahlt eben auch “ unter uns“ geregelt.

Aber es macht einsam, verletzt und belastet oft sehr. Und wie im letzten Beitrag: Sein Weg ist gerade, meiner hat nen Abgrund.

Ihr seht, es gibt weit mehr Grauzonen bei diesem Thema als wir annehmen.

Das ist unser Weg! Richtig für s Kind, kompliziert für die Mama 😏

 

Alles Liebe, Yvonne

 

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Flügel geben oder die Angst vor dem Abgrund

Gerade wenn jetzt in der stressigen Vorweihnachtszeit sich wieder viele nach einer ruhigen Minute ohne Kind(er) sehnen, wird mir bewusst, dass ich da anscheinend anders ticke. Wir sind gerne zusammen und viel und ihre Freunde bei uns stets willkommen.

Viel zu viele Jahre schon bin ich allein mit meiner Tochter. Jetzt ist sie 14 und diese Frage nach dem “ Was kommt dann?“ stellt sich mir immer öfter. Wir sind unseren Weg gemeinsam gegangen. Er war nie leicht und oft holprig, aber wir haben alles zusammen geschafft. Meine Tochter war von Anfang an mein wichtigster Lebensinhalt, dann kamen Arbeit und…. ähhhh nichts!

Immer könnte man den Weg im Leben erkennen, sehen das es irgendwie irgendwo weitergeht. Doch nun sehe ich den immer da gewesenen Abgrund deutlich in der Ferne. Während ihre Spur des Weges auf eine Brücke zuführt, lauert bei mir ein dunkles Loch. Klar sehe ich, das es danach weitergeht und auch unsere Wege sich in der Ferne immer wieder kreuzen und nie weit entfernen, dennoch muss ich durch diese ungewisse Tiefe.

Ich weiß noch nicht, wie tief das Loch sein wird, in das ich falle, wie schwer der Aufstieg werden wird. Bei manchen ist es sicher nur eine kleine Bodensenke, haben sie doch all die Jahre ein eigenes Leben neben dem Muttersein geführt. Hobbies, Freundschaften usw. machen vieles leichter, wenn die eigenen Kinder flügge werden. Aber was, wenn man eben NIE an sich dachte? Ich habe gearbeitet und mich ausschließlich um meine Tochter gekümmert.

Ich gebe zu, ich habe Angst. Angst vor dem was kommt, Angst vor der Einsamkeit, Angst davor, nicht zu wissen was ich dann mit meinem Leben anfangen soll.

Am liebsten würde ich ihre Hand nie loslassen und mit ihr gemeinsam weitergehen, aber das geht nicht und ist nicht richtig. Sie soll ihre Flügel entfalten und ihren Weg gehen.

Ich werde sie unterstützen, immer, aber ich sollte anfangen zu akzeptieren, dass ich nicht nur Mutter bin. Doch wie schafft man das? Was kann ich da tun? Noch bin ich hilflos, aber ich hoffe, das ich, bis wir diesen Teil unseres Weges erreicht haben, wenigstens ein Seil finde um mich da hinauszuziehen.

Vielleicht geht es manchen von Euch ähnlich? Wie geht ihr damit um?

Ich wünsche Euch einen „Abgrundfreien“ Weg,

alles Liebe Yvonne

Immer Anders Als Alle Anderen

imageoder der kleine Wunsch dazu zugehören….

Mein erster Beitrag und ich habe mir fest vorgenommen, offen, ehrlich, authentisch zu bleiben und einfach all das was mich seit langer Zeit bewegt niederzuschreiben.

Ich gebe zu, ich bin eher von der ruhigeren Sorte, beobachte aus dem Hintergrund und kommentiere maximal. Das tue ich auf Twitter nun schon ziemlich lange. Nicht weil ich ein Stalker bin, sondern einfach weil mir der Mut fehlt mein Leben zu veröffentlichen. Die Zeit fehlt leider auch oft und die Sorge, es könnte doch keinen interessieren ist groß. Ich bewundere euch, die ihr euch traut Meinungen zu vertreten und Steine ins Rollen zu bringen. Ich lese interessiert eure Familienthemen, über den Alltag mit Kindern, alleinerziehend, einfach lebend. Über Spaß, aber auch Sorgen und Ängste und kann so vieles gut verstehen.

Jetzt aber zu mir. Ich bin Alleinerziehende Mama einer mittlerweile stark pubertierenden bezaubernden Tochter und einer ebenso verrückten Katze.Ich war nie verheiratet und im Nachhinein ist das auch gut so. Aber das ist ein Thema für einen extra Eintrag;)

Vor mittlerweile 23 Jahren bin ich aus meiner Berliner Heimat ins schöne Bayern gezogen. Und ich denke, das ich zwar im Herzen immer Preussin bleiben werde, aber hier nicht mehr weggehe. Dieses Anderssein fing an, als ich schwanger wurde und umzog. Da steht man, hochschwanger im Münchner Umland in einem idyllischen Rathaus und meldet sich an. Konfession: keine! Familienstand: ledig! Und schwanger! Das geht wohl gar nicht, also musste ich mir dann 2h die nett gemeinten Ratschläge der betagteren Damen von der Gemeinde anhören. Wenigstens katholisch solle ich doch werden, oder heiraten! Ich hatte lange an diesem Gespräch zu knabbern.

Dann wurde Anfang November meine Tochter geboren und mein Glück schien perfekt. Nach 3 Monaten daheim beschloss ich wieder zu arbeiten. Es erschien mir normal und richtig. Ich fand eine tolle Tagesmutter,bei der meine Maus bis zum 3. Geburtstag blieb. Ich hatte oft ein schlechtes Gewissen, nicht weil es ihr schlecht ging, sondern weil ich egal wo wir waren kritisch beäugt wurde. Wir waren das Thema auf dem Dorfspielplatz. Ich versuchte wirklich viel Zeit mit meiner Kleinen zu verbringen und dadurch fielen wir auf. Unverheiratet, voll berufstätig mit Kind. Das arme Kind. Rabenmutter, Vernachlässigugn usw……Worte die mich oft in den Schlaf begleiteten. Als sie mit 3 Jahren in den Kindergarten kam, machte ich den nächsten großen Fehler, ich lies mich in den Elternbeirat wählen. Mir war es wichtig (ist es heute noch) mitzuerleben wie mein Kind aufwächst und möglichst viel dazu beizutragen.Doch anscheinend tut man dies nicht als gute Mutter, man schimpft am Gartenzaun über das schlechte Essen und die kaputte Einrichtung, aber Zeit sich da einzubringen hat man einfach nicht. Es war mir egal! Wir versuchten am Dorfleben teilzunehmen, machten Schwimmkurse mit und hatten oft Kinder zum spielen bei uns. Ich fing zu dieser Zeit an, viel von daheim zu arbeiten. Fast täglich hatten wir Freunde meiner Tochter bei uns. Selten war sie irgendwo, denn alle hatten viel zu tun und noch weitere Kinder. Ich habe ja „nur“ das eine, da hat man ja Zeit. Diese Sätze sind im Laufe der Jahre für mich wie ein ständiger Begleiter geworden. Nur ein Kind! Das scheint Freizeit und Spaß zu bedeuten, Ruhe und totale Entspannung und kosten tut es auch viellllll weniger. Ich kann mich nicht erinnern das je jemand hinterfragt hätte, warum ich nur ein Kind habe. Nie nicht ! (Nicht, dass ich es erzählen hätte wollen, aber ich kann es nicht mehr hören.) Es machte und macht mich traurig, dass ich als Mutter anscheinend nicht mal halbsoviel wert bin, wie andere, da ich nur ein Kind habe. Das zählt ja noch gar nicht wirklich als Mutter. Das Phänomen, dass wir alltäglich volles Haus hatten hielt sich noch sehr sehr lange und ist erst jetzt durch die Pubertät gestoppt worden. Als meine Tochter mit 5 Jahren eingeschult wurde (Kann-Kind weil November geboren) hatte ich förmlich die nächsten Debatten heraufbeschworen. Manche meinten ich hielte Mich für was besseres weil mein Kind zu klug sei, andere warfen mir vor ihr die Kindheit zu rauben. Ich weiß, dass es für meine Tochter die richtige Entscheidugn war, auch wenn es Jahre gab wo gerade bei Mädchen das Alter eine entschiedene Rolle spielt. Sie war und ist gut in der Schule. Natürlich war ich auch in der Grundschulzeit im Elternbeirat und das Gejammer der Mütter lies nicht nach. Zu dieser Zeit trennte ich mich von ihrem Papa. Es war of eine harte Zeit, denn wenn sie krank war und niemand in der Nähe ist der aufpassen kann, stellt dies eine echte Herausforderung dar. Sie hat schon früh gelernt, was es heißt wenn Mama Telefonkonferenzen hat und das sie dann einfach etwas ruhiger sein muss. Es war oft zum heulen und wenn die Familie weit weg ist fühlt man sich oft allein und hilflos. Oft glaubte ich, wir schaffen es nicht. Die Angst zu versagen war allgegenwärtig. Doch wir haben uns immer wieder rausgegraben und nie aufgehört uns zusammen zu stützen. Wir wurden ein starkes Mutter-Tochter-Gespann und können über alles reden. Geht ja auch nicht anders, wenn man nur zu zweit ist. Aber auch das hat seine Schattenseiten. Denn Wut, Ärger, schlechte Laune kann man eben nicht mal am Partner oder  Geschwistern abreagieren. Das ist nicht einfach, denn auch ich laufe nicht rund um die Uhr lächelnd herum. So musste meine Tochter auch meine Tränen und Ängste miterleben, genauso wie ich der einzige Prellbock für Wutattacken bin. 7×24, 365 Tage im Jahr. Das ist anstrengend, schweißt aber zusammen. Mal eine Meinung oder einen Ratschlag einholen, tuen wir gegenseitig. Mittlerweile sind wir so etwas wie beste Freundinnen geworden. Ob dies gut oder schlecht ist, kann ich nicht sagen, ich weiß nur, dass es eben so ist wie es ist und nur so schaffen wir es unseren Alltag zu meistern. Ich verstehe, dass es eben anstrengender ist mit mehreren Kindern und das Klassenfahrten oder Urlaub oder Anschaffungen eben dann auch mehr Geld kosten, aber es ist eben auch zu zweit kein Spaß pur. Wir leisten uns zwar jährlich einen Urlaub, aber wenn du nur zu zweit bist bekommst du im Hotelrestaurant den Tisch in der dunkelsten Ecke. Dann sitzt du während dein Kind Freunde gefunden hat Abends allein an der Hotelbar. Für die PärchenEltern bin ich eher das Feindbild. (Keine Verallgemeinerung, nur komm ich mir oft gemieden vor)

Tja, wir sind eben anscheinend immer anders als alle anderen, dabei wollen wir nur dazu gehören. Wir sind eine ganz normale Familie, mit den selben Alltagssorgen und Ängsten. Wir machen die selben Ausflüge und und haben genauso viel Spaß am Leben. Nur eben zu zweit.

Und naja, mir allein ohne mal nen Aufpasser, fehlt es eben an Zeit für mich um evt. aus zwei wieder drei werden zu lassen. Aber ich leide nicht drunter, denn seit ich schwanger wurde wusste ich, das mein Kind mein Leben ist und wenn sie glücklich ist bin ich es auch.

Ich bin leider nicht ansatzweise so schlagfertig wie „Lorelay“, aber ein bisschen „GilmoreGirls“ sind wir dann doch 😉

Ich hoffe, ich habe damit nichts und niemanden beleidigt, denn das Leben ist das was jeder einzelne daraus macht. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, das auch 1-Kind Mütter gute Mütter sind und wir ebenso Wäscheberge waschen und Essen bereiten wie alle anderen auch.

Ich hoffe, ihr versteht mich und lässt mich weiter Teil der unglaublich starken Mütter-Front sein!

 

Alles Liebe,

Ducky

 

 

Jetzt geht’s los

Wow…. Nach langer Zeit des „fremdlesens“ startet nun mein eigener Blog.

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, immerhin könnte es ja passieren das das jemand liest;)

Ich freu mich, ab und zu meine Gedanken zu allem möglichen loszuwerden und mit Euch zu teilen!

Ich freu mich auf eure Kommemtare und Meinungen….

 

Eure Duckyvon